Donnerstag, 7. April 2011

Fritz Encke Gartendirektor in Köln

Immer wieder zeigen sich Verflechtungen, wenn man in der Geschichte der Gartenkultur recherchiert. Im Bericht über den Gerisch-Skulpturenpark erwähnte ich, daß Harry Maasz ein Schüler Fritz Enckes war... Vorgestern war ich zur Geburtstagsfeier Fritz Enckes in Köln eingeladen.

Am 5. April 2011 wäre der frühere städtische Gartendirektor Kölns (* 5. April 1861 in Oberstedten; † 12. März 1931 in Herborn) 150 Jahre alt geworden - siehe Porträt Fritz Encke

Köln ehrte seinen Gartendirektor 2002 durch die Umbenennung des Volksparks Raderthal, eines seiner bedeutenden Gartenwerke, in Fritz-Encke-Volkspark.

Im städtischen Volkspark wohnte Encke in der von seinem Vorgänger erbauten Villa (die er erweiterte); hier hatte er auch sein Büro. Das Gebäude befindet sich auf den Fundamenten der sogenannten Lünette 3, einer denkmalgeschützten preußischen Festungsanlage, die den Charakter des Geländes bestimmt. Nach dem 2. Weltkrieg stark zerstört diente sie als Unterstand für frostempfindliche Pflanzen, deshalb der Name "Orangerie".

Heute residiert hier das "Theater Orangerie im Volksgarten" und hier fand die Geburtstagsfeier statt.


Encke Köln









Hier habe ich schon mal die Aufmerksamkeit auf das gefährdete Baudenkmal in Köln gerichtet, das Grundstück, wo Fritz Encke gewirkt hat, das sowohl mit der Kölner als auch mit der deutschen Gartengeschichte in Verbindung steht.

Ein jahrelang vorbereiteter Sanierungsplan, mit dem aus dem Gelände ein neues Schmuckstück der Kölner Theaterszene gemacht werden sollte, und gleichzeitig die gartenhistorische Bestand an Villa, und alter Stadtgärtnerei sowie die Reste der prueßischen Lünette erhalten werden konnte, ist vorerst gescheitert. Dazu gehörte vor allem die Sanierung des Theatergebäudes, das aus wenig mehr als einem Keller, dem Hochparterre und einem Kunststoffdach besteht. Dringend erforderlich wäre der Einbau einer Heizung, damit auch im Winter gespielt werden kann, und einiger Bühnentechnik. Hinzu kämen die Einrichtung eines Gastronomiebetriebs in den Gewächshäusern der Anlage und eine Mini-Freiluftbühne im Schatten der "Lünette". Warum das Vorhaben scheiterte, ist dem Verein bis heute nicht ganz klar. Die Stadt hat die vom Land bereits zugesagten 1,7 Mio. Fördergeler ohne nähere Begründung abgelehnt. Die Politiker waren – trotz allem – zur Veranstaltung eingeladen, denn man hoffte, doch noch einmal ins Gespräch zu kommen, da noch Hoffnung auf eine erneute Zuteilung des Geldes besteht. Zwei folgten der Einladung.


Zu Ehren von Fritz Encke startet der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz und der Landschaftsverband Rheinland in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln am 15. Mai 2011 ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Führungen in den von Encke geschaffenen Grünanlagen.

Buchtipp (mit vielen Informationen und alten Fotos zu Fritz Encke) Zimmermann, Petra Sophia / Karla Krieger / Marion Nickig Das Kölner Stadtgrün Eine Entdeckungstour

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