Montag, 30. Mai 2011

Besuch der Insel Reichenau

Die größte Insel im Bodensee ist seit 2000 mit dem Kloster Reichenau auf der UNESCO-Liste des Welterbes verzeichnet. Auf dem Verbindungsdamm vom Festland aus verläuft eine 1300 Meter schöne lange Pappelalle, die ein Standpunkt der Deutschen Alleenstraße ist. Auf der Insel Reichenau gedeihen Gemüse, Salate und Kräuter von höchster Qualität; die moderne genossenschaftliche Vermarktung begründen den ausgezeichneten Ruf der Reichenau als "Gemüseinsel". Reichenauer Gemüse, vermarktet über die Reichenau-Gemüse eG wird traditionell im Absatzgebiet Bayern und Baden-Württemberg angeboten. Die dadurch resultierenden kurzen Transportwege sind ein weiterer wichtiger Beitrag zur Erhaltung der hohen Produktqualitäten und der Ressourcenschonung. Es genießt sogar Herkunftsschutz. Der Familienbetrieb Böhler hat ein attraktiver Gartenbetrieb mit einem Angebot vieler Obst- und Gemüsepflanzen das zu besuchen sich lohnt.


Wahlafrid-Strabo-Garten

Auf der Insel wollte ich aber vor allem mir den Wahlafrid-Strabo-Garten anschauen. Der kleine Kräutergarten hinter der größten der drei Klosterkirchen, dem Münster St. Maria und Markus im Ortsteil Mittelzell ist eine originalgetreue Rekonstruktion des sogenannten "Hortulus" aus dem frühen 9. Jahrhundert (lediglich den Schlafmohn hat man gegen eine "harmlose" Ziermohnvariante ausgetauscht). Das Besondere dieses Klostergartens ist seine mittelalterlich strenge Gliederung mit acht rechteckig angeordneten Innenbeeten, umgeben von weiteren 16 Beeten in halber Größe. Alle Beete sind in Holz gefasst und jedes mit nur einer Art bepflanzt, so daß insgesamt vierundzwanzig verschiedene Heilkräuter zu sehen sind. Um 827 schrieb der junge Mönch des Klosters Reichenau am Bodensee, Walahfrid Strabo, über den Gartenbau sein berühmtes Gedicht "De cultura hortorum" - oder kurz "Hortulus" genannt; von 842 bis 849 war er Abt des Klosters. In Neben dem St. Galler Klosterplan und der Landgüterverordnung Karls des Großen gilt der "Hortulus"
als eines der ältesten gartenhistorischen Quellen im deutschen Sprachraum. Strabo schildert(auf lateinisch, wie damals üblich) die Beobachtungen und praktischen Erfahrungen, die er in diesem seinen eigenen Klostergarten gesammelt hat. (Auszug daraus) Die 24 Heilpflanzen werden in jeweils eigenen Kapiteln mit insgesamt 444 Versen vorgestellt. Dazu gehören z. B. Muskatellersalbei, Andorn, Wermut, Fenchel, Brennnesseln. Außerdem u. a. auch (im Wahlafrid-Garten Reichenau fotografiert):


HeilziestHeilziest / Betonie


Strabo-Garten Reichenau WermutWermut


Strabo-Garten Reichenau FrauenminzeFrauenminze, Marienblatt


Strabo-Garten Reichenau RainfarnRainfarn


Strabo-Garten Reichenau OdermennigOdermennig


Weinraute


Reichenau


Reichenau


Reichenau

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