Sonntag, 22. Juli 2012

Rosenzüchtung und Gärten in Bad Langensalza

Und hier jetzt endlich mein Reisebericht über den Besuch in Bad Langensalza, für den ich allerdings lange rechcerchieren mußte, denn ich hatte auch den Ehrgeiz, die Züchterporträts der dort tätigen Rosenzüchter fertigzustellen und alle ihre Rosen in meine Rosen-Homepage aufzunehmen.


Bad Langensalza ist bekannt als Kurort und auch als Rosenstadt. Der Gartenbau (es gibt heute noch einen "Gärtnerweg), speziell der Rosenanbau hat in Bad Langensalza eine lange Tradition.
'Johannes Wesselhöft', der dort seinen Betrieb 1867 gründete, veröffentlichte Ende des 19. Jahrhunderts mit "Der Rosenfreund" das erste deutsche Rosenbuch.


Um die Jahrhundertwende verlagerte sich dann der Rosenanbau aus dem Stadtgebiet in den Vorort Ufhoven (1950 eingemeindet in Bad Langensalza).
Rose Ufhoven Foto BrandtRose 'Ufhoven'


Adolf Berger hatte sich schon in seiner 1889 gegründeten Gärtnerei in Bokau bei Aussig/ Elbe (Sudetengau, das damals zur Österreichisch-ungarischen Monarchie (heute CZ) gehörte, auf den Rosenvertrieb spezialisiert.


Louis Rödiger (1856-1927), der seine Ausbildung bei Wesselhöft (siehe oben) gemacht hatte, eröffnete 1882 seine Gärtnerei in Ufhoven, die sein Sohn Leberecht Rödiger weiterführte. Leberecht Rödiger entwickelte das Dorf Ufhoven als Bürgermeister zum "Rosendorf" (Kordes-Rose 1949 Rosendorf Ufhoven, seit 1956 Stadtteil von Bad Langensalza und somit jetzt "Rosenstadt".
Fa. Leberecht Rödiger


Walter Berger übernahm mit seiner Frau Anna (Anni) die Gärtnerei seines Vaters Adolf 1926.


1942 legte Walter Berger den Betrieb seiner verstorbenen Schwagers Leberecht Rödiger auf Wunsch der Witwe (Rose: 'Frau Minka Rödiger' 1959) in Ufhoven mit dem seinen zusammen.


Richtig bekannt wurde Bad Langensalza als Rosenanbaustadt aber erst in der DDR. Wegen der guten Zuchterfolge wurde die Familie kräftig vom Staat unterstützt. Nach Walters Tod wurde der Betrieb in die Rosenfirma der ehemaligen gärtnerischen DDR - Produktionsgemeinschaft GPG (Gärtnerische Produktions Gemeinschaft) Roter Oktober eingegliedert (die dann als Züchter angegeben wurde).


Walters Witwe Anni Berger (23.10.1904-1990) die Firma führen durte, ist bis heute die einzige deutsche Rosenzüchterin.
Züchterin Anni Berger Foto Brandt - fotografiert im Rosenmuseum Bad LangensalzaAnni Berger Büste Foto Brandt
Ihre Büste ist im Rosengarten Bad Langensalza umringt mit ihren Rosenzüchtungen z. B.
Rose Iga Erfurt Foto BrandtIga Erfurt


N. L. Chrestensen Foto Brandt N. L. Chrestensen.


Ihr Sohn Hermann Berger (1939-1980), dem 1982 dann die Rose


Rose Hermann Berger Foto BrandtHermann Berger

gewidmet wurde, übernahm den Betrieb 1977 und initiierte die "Tage der Rosenblüte". Diese heute noch stattfinde Veranstaltung bekam dann im Volksmund den Namen "Rosenfest" und 1981 erschien die der Veranstaltung gewidmete Rose
ROse Rosenfest Foto BrandtRosenfest


Die Leitung übernahm nach seinem Tod 1980 Dipl.-Gartenbauingenieurin Gudrun Dube bis 1990, die sich mit der "in-vitro-Vermehrung" von Rosen (strahleninduzierte Mutanten, Radiomutanten) erfolgreich zeigte. Eine ihrer Sorten ist
Rose Roletta Foto Brandt Roletta


Soweit in aller Kürze die Geschichte des Rosenanbaus in Ufhoven / (Bad) Langensalza - hier die ausführliche Version der dort tätigen ZüchterInnen und ihrer Rosen.


Heute noch besteht die Rosenfirma Rönigk in Bad Langensalza, inzwischen in der 5. Generation geführt. 1907 war Rönigk Vorsitzender des Gartenbau-Vereins Langensalza, der zum Verein Deutscher Rosenzüchter gehörte.
Firma Roenigk
Außerdem heute in Bad Langensalza ansäßig ist die Rosenfirma Weingart, der etliche Rosenzüchtungen der ehemaligen DDR führt.


Und jetzt natürlich noch Impressionen vom Rosengarten Bad Langenalza


Im Rosengarten der Stadt Stadt Bad Langensalza haben einige der alten, heute nicht mehr so gefragten DDR- Sorten (von insgesamt ca. 470 nur noch wenige im Handel) - darunter auch Sorten der Bergers - eine Heimat gefunden.
Dort konnte ich auch viele der genannten Rosen fotografieren; einige allerdings nur als Foto im dortigen Rosenmuseum, das sich der Geschichte der DDR-Züchter widmet.


Rosenfotos aus dem Rosenmuseum


Rose Varna Foto Brandt fotografiert im Rosenmuseum Bad LangensalzaVarna Rose Kristall Foto Brandt im Rosenmuseum Bad LangensalzaKristall Rose Florett Foto Brandt fotografiert im Rosenmuseum Bad LangensalzaFlorett


Rosengarten Bad Langensalza Foto Brandt


Rosengarten Bad Langensalza Foto Brandt


Rosengarten Bad Langensalza Foto Brandt


Rosengarten Bad Langensalza Foto Brandt


Rosengarten Bad Langensalza Foto Brandt


Rosengarten Bad Langensalza Foto Brandt


Rosengarten Bad Langensalza Foto Brandt


Rosengarten Bad Langensalza Foto Brandt


Rosengarten Bad Langensalza Foto Brandt


Rosengarten Bad Langensalza Foto Brandt


Friederikenschlößchen

Friederike von Sachsen-Gotha-Altenburg (1715-1775) war eine Prinzessin von Sachsen-Gotha-Altenburg und durch Heirat letzte Herzogin von Sachsen-Weißenfels. Sie heiratete am 27. November 1734 in Altenburg Herzog Johann Adolf II. von Sachsen-Weißenfels (1685–1746). Die vier Söhne dieser Ehe starben bereits im Kleinkindalter, womit das Haus Sachsen-Weißenfels erlosch. Nach dem Tod ihres Mannes, sie war erst 31 Jahre alt, bezog Friederike vorerst wie vorgesehen ihren Witwensitz im 'Schloss Dryburg', heute das älteste erhaltene Wohnhaus in Bad Langensalza. Von 1749 bis 1751 ließ sie sich dort im Rokokostil das so genannte Friederikenschlösschen errichten, vor dem der Kurpark liegt. Nach Restaurierung ist dort heute das Haus des Gastes. Ihr widmete der Rosenzüchter Noack 2002 eine Rose:
Rose Herzogin Friederike Foto Brandt'
Rose Herzogin Friederike'


Friederikenschloesschen Bad Langensalza


Friederikenschloesschen Bad Langensalza


Friederikenschloesschen Bad Langensalza


Friederikenschloesschen Bad Langensalza


Sehr gut gefallen hat mir der 7.000 qm große japanische Garten, der 2003 eröffnet wurde. Kofuku No Niwa - der Garten der Glückseligkeit


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Japanischer Garten Bad Langensalza


Hier ein Urweltbaum (Metasequoia glyptostroboides), der normalerweise bis 35 hoch wird!
Japanischer Garten Bad Langensalza


Schließlich: einen Blick in den 2006 eröffneten 1.500 qm großen Magnoliengarten. Neben 33 Magnolienarten sind Hortensien, Waldreben, Ginkgobäume, Blumen und Sträucher angepflanzt, damit es auch nach der Blütezeit der Magnolien, noch farbige Blüten zu bestaunen gibt. Trotzdem: zur Magnolienblüte ist er sicherlich schöner.


Magnoliengarten Bad Langensalza


Magnoliengarten Bad Langensalza



Kommentare:

gartenverbandelt hat gesagt…

Hallo,

danke für deinen umfangreichen Artikel. Ein Ausflug nach Langensalza scheint sich ja wirklich zu rentieren. Freue mich immer über Tips von lohnenswerten Gartenausflügen in Deutschland.Wir versuchen dann immer wieder im Urlaub solche Ziele anzusteuern.
Liebe Grüße
Dagmar

KreaMa hat gesagt…

Wow das sind ja traumhafte Gärten/Anlagen. Vielen Dank für den tollen Bericht und die vielen Fotos.

Anonym hat gesagt…

Ich suche eine Rose mit dem Namen Elisabeth Wiegand, gezüchtet in Langensalza 1955. Können Sie mir helfen?
lG
Antje

Maria Mail-Brandt hat gesagt…

Die Rose Frau Elisabeth Wiegand, wie sie richtig heißt, ist wohl nicht mehr im Handel!
Rosengruß Maria