Donnerstag, 6. August 2015

Bundesgartenschau 2015



Am ersten Tag machten wir die weiteste Strecke von unserer Unterkunft in Brandenburg nach Havelberg - zwei Stunden Fahrt. Man wird auf einen Parkplatz geleitet, von wo ein langer Fußweg zur Blumenhallenschau in der Kirche St. Laurentius führte, die mich am meisten interessierte. Wir waren zwar am letzten Tag der Rosenschau dort (deshalb der gewählte Reisetermin!!) - aber trotzdem habe ich nicht damit gerechnet, daß fast alle Rosen verblüht waren und ärmlich aussahen. Hier kann man sich Bilder anschauen, wie es wohl mal ausgesehen hat...

Weiter ging es, wieder weit zu Fuß, in den anderen Teil (Shuttlebus nicht gefunden). Hier waren im Kletter- & Pfingstrosengarten natürlich die Pfingstrosen verblüht und die Kletterrosen waren zum größten Teil ebenfalls verblühte Rambler. Das Kleingartenareal bot einige hübsche Motive - doch um einen Kleingarten zu sehen, brauche ich nicht auf eine BUGA.

BUGA 2015

BUGA 2015

BUGA 2015

Weiter nach Stölln, einem Flugplatzgelände - wieder langer Fußweg zum Eingang. Die Hauptattraktion, das Flugzeug IL 62 Lady Agnes war für "Behinderte" schon gar nicht zugänglich - ich habe mir ebenfalls die Treppen gespart, weil ja nichts "Gärtnerisches". Die - kleine - Pflanzung der Steppengleiter mit Steppenstauden & Kakteen war nicht schlecht...

BUGA 2015

BUGA 2015

Dann noch Rathenow, den flächenmäßig größten Teil mitnehmen, liegt auf dem Rückweg? Es war ja erst 17.30 Uhr, ich hatte während der Autofahrt gesessen - ging wohl noch... Auf dem Parkplatz mußten wir erst mal herausfinden, daß man zum Bahnhof gehen und diesen ganz durchqueren muß, um zum Shuttlebus zu kommen. arkwächter fragen? Die hatten wohl schon Feierabend gemacht (kurz nach 18 Uhr). Naja, Parkgebühr gespart. Wir fanden den Shuttlebus trotzdem, dort gefragt, wie lange der abends zurückfährt: bis 19 Uhr. Hallo - es ist Sommer, da kann man doch noch abends auf dem Gelände sein? Ja, kann man, aber es gibt keine Rückfahrtmöglichkeit mehr. "Da muß man eben ein Taxi bestellen". Taxi - bin ich Krösus?? Wir wagen es... Aber hier hieß es, den Berg hoch - ca. 1 km !! "Hatte wieder Rücken" und mußte ja auch noch den Rückweg schaffen, deshalb haben wir hier nur noch einen Teil machen können. Schade, denn dieser Standort hatte mir bis dahin noch am besten gefallen.

BUGA 2015

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BUGA 2015

Zweiter Tag: in Brandenburg hatten wir wie gesagt unsere Unterkunft, deshalb war es einfach, zu Fuß den Packhof (ehemaliges Werftgelände mit 33 Themengärten) und die Blumenschau in der St. Johanniskirche zu besuchen. Letztere war etwas besser als die in Havelberg, owohl das Thema Weihnachten bei den hochsommerlichen Temperaturen doch merkwürdig anmutete. Dritter Standort in Brandenburg, der Marienberg. Allerdings: "Zu Fuß oder mit der BUGA-Bimmelbahn geht es auf die höchste Erhebung der Stadt Brandenburg". Also auf zur Bimmelbahn. Aber hallo, nein, da dürfen nur Schwerbehinderte einsteigen. Einen Ausweis bekommt man erst ab 50 % Behinderung - ich hab nur 40 %, trotzdem stand ich entsetzt vor dem hohen Treppnaufgang und wußte: den schaffe ich nicht. Aber manchmal muß man ja Glück haben - mit dem Argument, daß doch noch Plätze frei seien, ließ sich der Fahrer überreden, mich einsteigen zu lassen.
"Rosen in Hülle und Fülle" wurde versprochen - und eingehalten, hier habe ich viele Rosen für meine Homepage fotografiert. Die "neuen und historischen Staudensorten" neben dem Marienberg waren ebenfalls interessant, ja. Und die bildhaften Semperpflanzungen waren originell.

BUGA 2015

BUGA 2015

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BUGA 2015

Am dritten Tag dann nach Premnitz. Man höre und staune: in der Stadt einen am Eingang gelegenen "normalen" Parkplatz gefunden - kein weiter Anlaufweg, außerdem das kleinste - und mal nicht wieder unterteilte - Gelände. Endlich entspanntes Genießen. Auffallend hier: oft Gräser in den Pflanzungen.

BUGA 2015

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BUGA 2015
Statt Buchsbaumeinfassung Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus, wenn ich das richtig erkannt habe..)

BUGA 2015

BUGA 2015

Am Nachmittag haben wir dann eine Schiffsfahrt gemacht - sehr schön - und "rückengerecht".

Witzig: irgendwie kam er uns bekannt vor, dieser Waldmops, den man an verschiedenen Stellen antraf. Gleich 14 Exemplare, geschaffen von Clara Walter, sollen "ausgewildert" worden sein. Die Geburtsstadt Loriots setzt damit ihrem Ehrenbürger Vicco von Bülow (1923-2011) ein Denkmal, das sich an seinen Sketch über den "Wilden Waldmops" anlehnt.

BUGA 2015

Fazit:
"Das Besondere an der BUGA 2015: Fünf Orte - 80 km entlang der Havel haben sich ein Herz gefasst um Ihres zu erobern: Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow, Amt Rhinow/OT Stölln und die Hansestadt Havelberg... Diese Bundesgartenschau wird anders". Soweit der Werbetext.

Ja, sie ist anders und daß die Besucherzahlen enttäuschen, kann ich verstehen und schiebe es auf das Experiment mit den verschiedenen Standorten. Schließlich spricht es sich herum, daß es sehr mühsam und zeitaufwendig ist (keinesfalls an einem Tag, schwierig auch an zweien), alle Standorte zu besuchen. Für Personen aus der Umgebung ja kein Problem - die können sich die Besuche einteilen (Eintrittskarte wird für jeden Standort abgeknipst). Aber wer von weit her kommt, möchte ja schließlich alles sehen. Zum Glück hatten wir drei Tage Aufenthalt gebucht (wollten aber eigentlich auch noch etwas vom Land dort sehen).

Zum Eintritt kommen auf jedem der Standorte 2,- für den Parkplatz dazu, wobei ja auch noch das Problem ist, daß die diese weit auseinander liegen - da kommen auch noch Benzinkosten dazu; das summiert sich. Bus wäre vielleicht billiger gewesen, aber das hätte ja noch mehr Zeit gekostet, herauszufinden, wo und wann die fahren. Shuttlebusse gab es wie gesagt zwar, aber bis zur deren Abfahrtsstelle bzw. von ihrer Ankunftsstelle aus mußte man fast immer - für mich sehr weit - laufen - das ist nichts für Gehbehinderte oder Leute "mit Rücken" - und ist einfach schlecht organisiert!

Nein, ich bin nicht begeistert... hätten wir lieber mal andere öffentlichen oder auch privaten Gärten besucht. Gott sei Dank war der Rosenkongress anschließend sehr schön!

1 Kommentar:

Kathinka hat gesagt…

Liebe Maria,
du bestätigst hier meine Befürchtungen. Mich hatte auch bisher ein Besuch abgeschreckt, da die BUGA auf so viele Standorte verteilt ist. Das Experiment scheint wohl gescheitert zu sein. Und nicht nur das! Was du über verwelkte Rosen und andere Bepflanzungen schreibst, schreckt ja auch eher ab. Danke für deinen Bericht.
LG Kathinka