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Sonntag, 16. Juli 2017

Buchtipps Kremer Verblüffende Pflanzen

Kremer, Bruno P. 88 verblüffende Pflanzen: Die erstaunlichen Kniffe unserer Blumen, Sträucher und Bäume 192 S. m. 130 Farbf. Ulmer 2017
Kremer, Verblüffende Pflanzen
Der Autor erzählt geordnet nach den geläufigen deutschen Volksnamen auf jeweils einer Doppelseite mit Foto unterhaltsam von bekannten und unbekannten botanischen Phänomene von Pflanzen aus der heimischen Flora. Die Kapitelüberschriften sind: Umschau bei den Wurzeln, Erstaunliches von Stängeln, Besonderheiten über Blätter, Faszinierendes zu Früchten und Samen; dabei tauchen manche Pflanzen auch in mehreren Kapiteln auf. Man erfährt z. B. daß die Nachtkerze ihre Blüten in der Dämmerung fast im Zeitraffertempo und mit einem Knistern öffnen, daß Waldbäumen Fußpilz haben und daß die Eichen auf unseren Cent-Münzen gar keine Eichen sind.
Mit vielen Vorschlägen zu verschiedenen eigenen Experimenten und gezielten Beobachtungen auch durchaus für die Arbeit mit Kindern geeignet. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis verleitet zum Weiterlesen. Aus der Bücherliste Wissenswertes über Pflanzen

Montag, 14. November 2016

Das Liebesleben der Pflanzen

Daugey, Fleur / Sabine Hesemann / Gilbert Hayoz / Laetitia Locteau Das Liebesleben der Pflanzen: Eine unverblümte Kulturgeschichte 144 S. m. 110 Fotos u. historischen Abb. Ulmer 2016

Daugey

Warum war die Jungfräulichkeit der Pflanzen seit der Antike so unangefochten und wie entdeckte die Wissenschaft letztlich doch die vorhandene Sexualität der Pflanzen?

Heute ist ja die sexuelle Fortpflanzung der Pflanzen (die anfangs einschließlich ihrer Vermehrungsmöglichkeiten ausführlich beschrieben wird) für uns selbstverständlich. Man hielt aber Pflanzen lange Zeit für jungfräuliche Wesen, die zu ihrer Fortpflanzung keiner Sexualität bedurften.

Die Entdeckung ihrer Sexualität durch Carl von Linné (1707-1778), der, um von seinen Zeitgenossen verstanden zu werden, sprachlich Vergleiche der pflanzlichen und menschlichen Sexualität verwendete, kam einer "sexuellen Revolution" in der Botanik gleich und wurde bis zum Ende des 17. Jahrhunderts von Botanikern immer wieder bestritten. Es dauerte lange, bevor man es vollständig akzeptierte.

Das geschah nach unendlichen Debatten und Widerständen, die die Autorin in lockerem, unterhaltsamen Stil mit sehr vielen lehrreichen Details beleuchtet. Dabei geht sie auch auf die verschiedenen Kulturkreise außerhalb des Abendlandes und ihre Mythen ein. Das Literaturverzeichnis listet leider nur französische Titel auf.

Herrliche Blütenfotos von Gilbert Hayoz und Zeichnungen von Laetitia Locteau sowie viele historische Abbildungen runden diesen schönen und informativen für botanisch Interessierte und PflanzenliebhaberInnen interessanten Band ab.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Buchtipp Die Kunst der botanischen Illustration

Brown, Andrew (Hrsg.) / Claudia Arlinghaus Die Kunst der botanischen Illustration: Die schönsten zeitgenössischen Pflanzenporträts des Chelsea Physic Garden m. zahlr. farb. u. s/w Bildtafeln 176 S. DVA 2016
Brown, Kunst der botanischen Illustration
... Die im Buch gezeigten 78 Bildtafeln, davon 70 Aquarelle und 8 Zeichnungen, alle Meisterwerke ihrer Art, zeigen schlichten Farn, feingliedrige Iris bis hin zu Bäumen. ...Zu jeder Pflanze gibt es ausführliche Erläuterungen.

Ein beeindruckender Bildband mit informativen Texten!
Vollständige Rezension hier

Donnerstag, 28. Januar 2016

Georg Christian Oeder Flora Danica

225. Todestag heute: Georg Christian Oeder (3.2.1728-28.1.1791)

Der deutsche Botaniker, Arzt und Sozialreformer, königlicher Professor und Direktor des Botanischen Gartens in Kopenhagen wurde besonders bekannt als Herausgeber des botanischen Tafelwerks, des enzyklopädischen botanischen Atlas "Flora Danica"(lat. "die dänische Pflanzenwelt"). 1771 verlor er seine Stellung in Kopenhagen und ging als Landvogt nach Oldenburg. Seine Flora Danica wurde von anderen Herausgebern weitergeführt.

Daniens Blumen und Kräuter sammelt' und flocht er zum dauernden Kranz.
Sichre Pflege danken die Witwen ihm.
Ihn segnet der dänische Landmann, welchem sein kühner Ruf erster Bote der Freiheit ward.

(Oeders Grabspruch auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg).

Rose Flora Danica
Die Teehybride 'Flora Danica' (POUlrim, Spellbound, Garden News ™) der dänischen Züchterfirma Poulsen von 1999 hat einen starken fruchtigen Duft.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Wasshuber Blumen einst und Jetzt Rezension

Wasshuber, Gerhard Blumen einst und jetzt Klosterbibliothek Heiligenkreuz - Biosphärenpark Wienerwald 208 S. Pustet 2015

In zehnjähriger Arbeit hat der 1683 in Regensburg geborene Apotheker Johannes­-Wilhelm Weinmann das gesamte botanische Wissen der Barockzeit gesammelt und ein beeindruckendes vierbändiges Kompendium mit 1025 Kupferstichabbildungen geschaffen, indem er die Pflanzen abbildete und ihr Aussehen und die ihnen zugeschriebenen Wirkungen beschrieb.

Nach einem Grußwort von Dr. Maximilian Heim, dem Abt der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz, die dieses Werk besitzt und einem Vorwort von Prof. Dr. Georg Grabherr zeigt dieser neuartige, vergleichende Bildband jene Pflanzen daraus, die einst und jetzt noch im Biosphärenpark Wienerwald zu finden sind.

Gerhard Wasshuber, der seit 1999 als Lehrbeauftragter für Drucktechnik an der Universität Graz tätig ist, schafft mit Originalaufnahmen und kurzen botanischen Erläuterungen, die den entsprechenden Kupferstichabbildungen und Auszügen aus den barockzeitlichen Texten gegenübergestellt sind, eine interessante Mischung aus historischem und aktuellen botanischem Wissen mit regionalem Bezug. ...

Ein prachtvoller Bildband für botanisch und / oder geschichtlich Interessierte, ÖsterreicherInnen und bibliophile LeserInnen!
Komplette Rezension hier

Dienstag, 15. Mai 2012

Patente der Natur - Bionikausstellung in Münster


Wenn Biologie und Technik zusammenkommen, dann nennt man das Bionik (aus den beiden Wörtern Biologie und Technik zusammengesetztes Wort).
Die besuchte Sonderausstellung "Bionik - Patente der Natur" im Naturkundemuseum Münster zeigt an vielen Exponaten, was die Technik von der Natur abgeschaut hat.


Das erste deutsche Patent im Bereich Bionik wurde 1920 dem österreich-ungarischen Botaniker Raoul Heinrich Francé erteilt. Nach dem Vorbild einer Mohnkapsel erfand er einen Streuer - ein Salzstreuer ist heute in jedem Haushalt vorhanden...
Daß Klettverschlüsse von den Klettpflanzen (Arctium) abgeschaut sind, der Fallschirm von der Frucht des Wiesenbocksbarts, Spritzen vom Giftstachel der Bienen ist ja noch nachvollziehbar. Bei hundertprozentigem Recycling, genialen Verpackungen (Ei, Kokosnuss), unschlagbar stabilen und zugleich flexiblen Materialien (Spinnenfaden, Holz), Supersensoren, Superklebstoffe oder optimale Energienutzung (Glühwürmchen), Schwimmanzügen und Flugzeugrümpfen (Haihaut als Vorbild, der effiziente Transport von Gütern (Ameisen) findet man nicht so schnell eine logische Erklärung.
Und für was war die Pfeifenwinde mit ihren Lianen Vorbild? Spinnenseide ist reißfester als Stahl, Lotusblüten reinigen sich selbst und Mottenaugen sind antireflektierend.


Die interessante Ausstellung ist vor allem für Kinder "erlebnisreich" aufgebaut. Ich hätte mir allerdings noch mehr Exponate gewünscht, für die Pflanzen als Vorbild dienten; es waren hauptsächlich Tierexponate.


Nachfolgend einige (wenige, es war teilweise einfach zu dunkel bzw. zu voll von Menschen) Fotos.

Bionikausstellung

Bionikausstellung

Bionikausstellung

Bionikausstellung

Bionikausstellung


Die Ausstellung läuft noch bis zum 17.6.2012 - mehr darüber hier


Buchtipps zur Bionik
Allen, Robert ((Hrsg.) / Andrea Kamphuis Das kugelsichere Federkleid: Wie die Natur uns Technologie lehrt 192 S. Spektrum Akademischer Verlag 2011
Blüchel, Kurt G. Bionik: Wie wir die geheimen Baupläne der Natur nutzen können 416 S. Goldmann 2006
Cerman, Zdenek / Wilhelm Barthlott / Jürgen Nieder Erfindungen der Natur: Bionik - Was wir von Pflanzen und Tieren lernen können 288 S. rororo 2005
Kesel, Antonia B. Bionik. Fischer 2005
Viering, Kerstin / Roland Knauer Bionik: Abgekupfert von der Natur Berlin-Verlag 2009


Linktipp: Forschungsergebnisse Bionik