Wahlafrid-Strabo-Garten
Auf der Insel wollte ich aber vor allem mir den Wahlafrid-Strabo-Garten anschauen. Der kleine Kräutergarten hinter der größten der drei Klosterkirchen, dem Münster St. Maria und Markus im Ortsteil Mittelzell ist eine originalgetreue Rekonstruktion des sogenannten "Hortulus" aus dem frühen 9. Jahrhundert (lediglich den Schlafmohn hat man gegen eine "harmlose" Ziermohnvariante ausgetauscht). Das Besondere dieses Klostergartens ist seine mittelalterlich strenge Gliederung mit acht rechteckig angeordneten Innenbeeten, umgeben von weiteren 16 Beeten in halber Größe. Alle Beete sind in Holz gefasst und jedes mit nur einer Art bepflanzt, so daß insgesamt vierundzwanzig verschiedene Heilkräuter zu sehen sind. Um 827 schrieb der junge Mönch des Klosters Reichenau am Bodensee, Walahfrid Strabo, über den Gartenbau sein berühmtes Gedicht "De cultura hortorum" - oder kurz "Hortulus" genannt; von 842 bis 849 war er Abt des Klosters. In Neben dem St. Galler Klosterplan und der Landgüterverordnung Karls des Großen gilt der "Hortulus"
als eines der ältesten gartenhistorischen Quellen im deutschen Sprachraum. Strabo schildert(auf lateinisch, wie damals üblich) die Beobachtungen und praktischen Erfahrungen, die er in diesem seinen eigenen Klostergarten gesammelt hat. (Auszug daraus) Die 24 Heilpflanzen werden in jeweils eigenen Kapiteln mit insgesamt 444 Versen vorgestellt. Dazu gehören z. B. Muskatellersalbei, Andorn, Wermut, Fenchel, Brennnesseln. Außerdem u. a. auch (im Wahlafrid-Garten Reichenau fotografiert):