Samstag, 22. November 2014

Geburtstag Charles de Gaulle

Charles de Gaulle (1890-1970) geboren am 22.11.

Zitat: Verträge sind wie Rosen und junge Mädchen: Sie halten sich, solange sie sich halten.

Dem französischen General und Politiker wurde zum 5. Todestag von der französischen Rosenfirma Meilland eine Rose gewidmet:

Rose Charles de Gaulle Foto HilscherRose Charles de Gaulle Foto Hilscher

Die Rose France libre France Libre - übersetzt "Freies Frankreich" - ist eine Jubiläumsrose zum 50jährigen Gedenken an den Aufruf De Gaulles, die berühmteste Ansprache in der Geschichte Frankreichs. Am Morgen des 17. Juni 1940 war es ihm gelungen, nach England zu fliehen und durchzusetzen, im BBC eine Rede an die Bürger Frankreichs halten zu können. Von Frankreich aus konnte man den Appell einen Tag später hören. Er wurde in den Zeitungen des noch unbesetzten Südfrankreich abgedruckt und von der BBC wiederholt in den nächsten Tagen ausgestrahlt. Der Kernsatz lautet: "Frankreich hat eine Schlacht verloren! Aber Frankreich hat nicht den Krieg verloren". Am 25. Juni 1940 gründete er in London das Komitee "Freies Frankreich&" und wurde Chef der "Freien Französischen Streitkräfte" (Force française libre, FFL) sowie des "Nationalen Verteidigungskomitees".

Von 1958-1970 war De Gaulle Staatspräsident von Frankreich. In dieser Zeit setzte er sich gemeinsam mit Konrad Adenauer (dem die Rose Konrad Adenauer gewidmet ist, für die deutsch-französische Freundschaft ein.

Rose France Libre Foto BrandtRose France Libre Foto Brandt

Mittwoch, 19. November 2014

Ungarns Rosenzüchter Mark Gergely

Neu auf meiner Rosenhomepage: Biographie des ungarischen Rosenzüchters Gergely Mark und seine Rosensorten. Sein Vorbild war der ebenfalls ungarische Rosenzüchter Rudolf Geschwind. Wie dieser hatte er das Züchtungsziel, eine gute Frosthärte zu erzielen. Außerdem sind fast alle seine meistens im Freiland gezogenen, nicht mit Fungiziden behandelten Sorten gesund.
Sehr bekannt ist aeine 'Heilige Elisabeth' (Árpád-házi Szent Erzsébet emléke), Elisabeth von Thüringen gewidmet, von der die Geschichte vom Rosenwunder wohl bekannt sein dürfte.

Heilige Elisabeth Foto Hilscher

1962 veröffentlichte Mark Gergely ein Rosenbuch: Die Rose VEB Dt. Landwirtschaftsvlg. Berlin 1962 - 365 S. m. 56 z. Teil farb. Abb. a. d. Ung. übers. v. Magdalena Erdesz Vorwort z. dt. Ausgabe v. Prof. Dr. Helmut Rupprecht.
Seine eigenen Rosenzüchtungen beschreibt er hier nicht; sie kamen erst später heraus. Er berichtet Geschichtliches, beschreibt die Gliederung, Bewertung, Anbau, Vermehrung, Schnitt, Pflege der Rosen, die Kultur der Rose im Topf, unter Glas, Schädlinge u. Krankheiten, stellt Gruppierungen nach Farben auf, zeigt einige Abstammungstafeln, Erklärung der Fremdwörter sowie ein Literaturverzeichnis. Viele der vorgestellten Rosen stammen aus der DDR und Ungarn; einmalig der Blütenschlüssel, mit dem er die Blütezeiten analysiert.

Insgesamt soll er 600 - nach anderen Quellen sogar 800 - Rosen gezüchtet haben, über 200 davon habe ich inzwischen beschrieben.
Sie sind benannt nach ungarischen bzw. rumänischen Orten oder geschichtlichen Ereignissen aus den beiden Ländern bzw. nach ihren berühmte Persönlichkeiten (letztere sind leicht hier zu finden, denn meisten haben sie "emleke" = Andenken an im Namen.

Ich habe den Eindruck, er hat jedem ungarischen Schriftsteller eine Rose gewidmet (hab`s nun mal mit der Literatur *l*) hier einige Beispiele. Leider habe ich keine Fotos der Rosen, die findet man auf den in den Webtipps der Biographie angegebenen Seiten).

Graf Albert Wass von Szentegyed und Czege (1908-1998) war ein ungarischer Schriftsteller und Dichter aus Siebenbürgen, der Forstwirtschaft und Gartenbau studiert hatte. Ab 1944 weilte er in Deutschland, 1952 emigrierte er von Hamburg aus in die USA. Seine Werke waren unter der sozialistischen Regierung Ungarns aufgrund ihres völkischen Nationalismus und Antisemitismus verboten und konnten erst nach der Wende in Ungarn erscheinen.

Professor Dr. Imre Ormos (1903-1979), Gartendesigner, Doktor der Agrarwissenschaften, Gartenbuchautor, erhielt 1962 den Kossuth-Preis (höchste staatliche Auszeichnung Ungarns).

Árpád Tóth (1886- 1928) war ein sprachbegabter ungarischer Dichter. Er übersetzte u. a. Werke von Oscar Wilde, JOhn Keats, Charles Baudelaire, Gustave Flaubert und Guy de Maupassant in seine Heimatsprache. Einige seiner Werke wurden ins Deutsche übersetzt, sind aber wohl nicht mehr lieferbar.

Donnerstag, 13. November 2014

Buchtipp: Grüne Leidenschaften

Sperl, Ina Grüne Leidenschaften: 18 Gartenprofis ins Beet geschaut 192 S. m. zahlr. Farbf. Ulmer 2014

Sperl Grüne Leidenschaftn

Im persönlichen Erzählstil verfaßt liest man hier 16 jeweils ca. 10seitige Reportagen, Lebens- und Gartengeschichten, die Einblick geben in die Träume und teils geheimen Leidenschaften von bekannten Größen der grünen Branche aus Deutschland, Östereich und der Schweiz, darunter zwei Ehepaare. Die Personen decken ein breites Spektrum der Gartenszene ab, geben ihr grünes, professionell erlerntes oder auch didaktisch angeeignetes Wissen in Zeitschriften, Büchern, im Internet, auf Vorlesungen, Seminaren, Vorträgen oder Kursen weiter. Die meisten wurden bisher in keiner anderen Publikation vorgestellt.

Es sind (alphabetisch genannt) der Gehölzliebhaber Michael Dreisvogt, der Leiter des Arboretums Härle, das er als den seinigen Garten betrachtet, obwohl er ihm nicht gehört.
Swantje Duthweiler, die "Lehrende aus Leidenschaft", Professorin an der Hochschule Weihenstephan-Troisdorf, die den Nachwuchs heranzieht, veröffentlichte das Buch Neue Pflanzen für neue Gärten.
Bernhard von Ehren ist "fest verwurzelt in der Baumschule", die er in der fünften Generation leitet. Die Agrarwissenschaftlerin und Selbstversorgerin Andrea Heistinger lebt vor, wovon sie schreibt.
Der Garten von Peter Janke ist "der Spiegel seiner Seele"; er "verbindet seine Liebe zu Pflanzen mit der Kunst poetischer Gartengestaltung".
Andrea Kögel, die als Chefredakteurin für Magazine wie "Mein schöner Garten" oder "Gartenträume" verantwortlich ist, erzählt von ihrer ersten Reise nach England und Begegnungen mit Christopher Lloyd, dem damaligen "Enfant terrible" der englischen Gartenszene.
Christian Kreß, dessen unkonventionelle Staudengärtnerei Sarastro wohl jedem Gartenliebhaber bekannt sein dürfte, berichtet auch von seinem Privatgarten. Wie sehr er für Neues aufgeschlossen ist, zeigt seine neueste Veröffentlichung.
Maria Mail-Brandt - stolz bin ich ja schon, daß ich dieser illustren Runde vertreten bin und als "Herrin der Webseiten" vorgestellt werde! Eine kleine Kritik habe ich aber: es werden zwei sehr ähnliche Fotos aus meinem Garten gezeigt, dabei hat Frau Sperl doch soo viele Fotos gemacht. ....
Konrad Näser, der ehemalige Züchtungsleiter der Karl Foerster Gärtnerei und Staudengärtner aus Leidenschaft, öffnet, obwohl längst im "Ruhestand", seinen Garten immer noch für Besucher und schreibt lesenwerte Artikel für die "Gartenpraxis" und "GartenFlora".
Petra Pelz, die Landschaftsarchitektin, "Staudenkünstlerin" macht Furore mit ihren außergewöhnlichen Pflanzungen, von denen sie in ihrem Buch Faszination Weite berichtet. Das ist übrigens mit Fotos von Sibylle Pietrek illustriert.
Die ebenfalls hier vorgestellte Gartenfotografin, die nie ohne Kamera unterwegs ist, immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Gärten und Pflanzen, findet auch in ihrer eigenen Hinterhofidylle viele Motive.
Cassian Schmidt, "der Vater der Prärie", untrennbar verbunden mit dem Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof, schildert eine bis dato verborgene Leidenschaft. ... Die Portraits folgen einem Schema; neben dem Porträt mit Personenbild und Gartenfotos (meistens von der Autorin, teils von den Personen selbst) stellt jeder sein persönliches "Lieben und Leiden" vor, wobei die Bezeichnungen hier abwechslungsreich formuliert sind - z. B. "Prachtexempare oder Kümmerlinge", "Lieblinge oder Lästlinge" bzw. "Gute Freunde oder schwierige Sensibelchen".
Außerdem beantworten alle drei Fragen im Sinne von: wovon träumt man noch bzw. was fehlt noch im Garten, was ist die wichtigste Erfahrung beim Gärtnern, durch wen oder was wurde man am meisten inspiriert.
Eingeschobene Zitate lockern die graphisch als Gartenkladde gestalteten Seiten auf; sehr gut gefällt mir das mal etwas andere Coverbild. Der Anhang bietet Kontaktadressen zu den Gartenprofis, nennt ihre Internetseiten und Veröffentlichungen.

Eine empfehlenswerte Lektüre für alle professionelle oder privaten GartenliebhaberInnen, die mehr über die heutige Gartenszene wissen möchten!

Vollständige Rezension hier lesen